Bruchlandung

© Ryanair © Ryanair
Von am 16.12.2013

Personalkosten drücken, Kerosin einsparen und Serviceleistungen für Kunden reduzieren. Die Airline Ryanair ist bekannt für ihre harten Sparpläne und deshalb ständig in der Kritik. Ryanair Vorstandschef Michael O’Leary zeigte sich stets unbeeindruckt und blieb seiner Linie treu. Bis jetzt: Nun ließ er verlauten, dass zumindest Familien besser gestellt werden sollen. Der Grund für den Kurswechsel könnte Twitter sein.

Eine Frage- und Antwortstunde auf Twitter sollte Teil eines Imagewechsels sein. Fazit: Ryanair steht schlechter da, als zuvor. Unter dem Hashtag #grillMOL, den er öfter vergaß, twitterte O’Leary zurück und schien auf kritische Fragen kaum vorbereitet. Anzüglichkeiten waren eher sein Bestreben. Auf die Frage eines Nutzers: „Habt Ihr darüber nachgedacht, den Cargo-Bereich abzuschaffen und dort Sitze einzubauen“, kam die Antwort: „Keine Sitze, lieber Betten. Lust auf Mile High Club?“. Und auch die Mitarbeiter wurden zur Zielscheibe, als sie sich einmischten und kommentierten: „Zurück an die Arbeit, du Faulenzer, oder ich schmeiß dich raus.” Konstruktive Antworten blieben meistenteils aus. Viele Tweets von Kunden blieben zudem unbeantwortet. Alles in allem: ein Shitstorm für Ryanair.

Eigentlich war es eine gute Idee. Der Chef der angegriffenen Low cost Airline investiert Zeit und beantwortet ganz persönlich Fragen der Kunden. Es blieb bei nichtssagenden Parolen und Beschimpfungen. Dennoch: Ryanair kündigt nun eine eigene Webseite und Preisnachlässe für Familien an. Der sonst strikte Kurs wird gelockert. Ob die Twitter-Aktion der Grund sein könnte? Vielleicht ist doch etwas von der Kritik hängen geblieben. O´Leary selbst bestreitet einen Zusammenhang. Fest steht: Twitter ist nicht für jeden ein probates Mittel der Imageverbesserung. Aber das muss es ja auch nicht sein. Ryanair erhält, so oder so, PR.

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