Lügen für den guten Zweck

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Von am 14.11.2013

Die Zahl der Menschen, die sich weltweit mit HIV anstecken, steigt. Zwar sterben weniger aufgrund der Infektion, dennoch sind immer wieder Neuansteckungen zu verzeichnen. Das fatale: Viele wissen überhaupt nicht, dass sie das Virus in sich tragen und damit ihre Partner gefährden. Auf dieses Risiko möchte die Kampagne der französischen Aidshilfe Organisation Aides mithilfe einer Kultfigur aus Kindheitstagen aufmerksam machen.

Das Leben der Holzpuppe Pinocchio an der Seite Geppettos hat fast jede Kindheit geprägt. Die Agentur TBWA/Paris lässt für die Organisation Aides die Puppe aufleben. Der Bekanntheitsgrad wird für ein wichtiges Thema eingesetzt. HIV-Infektionen stellen eine große Bedrohung dar – für sich selbst und für andere. Die Kampagne verleiht Pinocchio ein Liebesleben und entlarvt ihn einer Lüge. Einer, von der er selbst überhaupt nichts wusste. Im Liebesspiel beruhigt er seine Gespielin und macht glaubhaft: Ein Kondom sei unnötig. Prompt schießt Pinocchios Nase in die Luft. Denn: Er ist infiziert und weiß es selbst nicht.

Die Kernbotschaft der Kampagne: Geht kein Risiko ein. Testet euch, um sicher zu sein und andere nicht zu gefährden. Oder: benutzt ein Kondom. Mit Pinocchio hat die Agentur eine Figur mit hohem Wiedererkennungswert gewählt. Allerdings kommt sie komplett hölzern sehr lebensfremd herüber. Die Nase hätte als Assoziation völlig ausgereicht und die Geschichte hätte mehr Nähe zum wahren Leben gewonnen. Die Botschaft allerdings kommt deutlich an: Viele wissen oftmals nicht, dass sie infiziert sind. In diesem Fall konnte die Nase die Lüge aufdecken, aber im wahren Leben hilft nur eins: auf Nummer sicher gehen.

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